Indonesien? Was geht uns das an?

Seife, Tiefkühlpizza, Schokolade - in über der Hälfte aller Produkte, die wir täglich verwenden, steckt ein und derselbe Rohstoff. Palmöl. Es ist das begehrteste Pflanzenfett der Welt und aus unseren Konsumprodukten scheinbar nicht mehr wegzudenken. Fast die Hälfte des weltweiten Bedarfs wird auf riesigen Plantagen in Indonesien produziert. Die sozialen und ökologischen Auswirkungen unseres Konsums sind verheerend.

Diese Reportage ist gemeinsam mit GLOBAL 2000 und Südwind entstanden. Ich durfte die zwei NGOs bei einer Studienreise im Rahmen des EU-Projekts Supply Cha!nge im Sommer drei Wochen lang nach Indonesien begleiten.

Fast 14 Kilogramm Palmöl konsumiert jeder Österreicher und jede Österreicherin im Schnitt pro Jahr. Neben Lebensmitteln wie Margarine, Nutella, Kekse, Schokolade, Tiefkühlpizzen und anderen Fertigprodukten wird das Pflanzenfett auch in Kosmetika und Pflegeprodukten, sowie in Putz- und Reinigungsmitteln verarbeitet. Europaweit gesehen fließt fast die Hälfte des importierten Öls als Biodiesel in die Tanks unserer Autos. Vielen Konsumenten ist gar nicht bewusst, wie viel Palmöl sie tatsächlich verbrauchen.

Jede Reportage beginnt mit der Recherche. Man besorgt sich Fachliteratur, liest sich in das Thema ein und kratzt alles an Informationen zusammen, was das Internet hergibt, um mit einem möglichst guten Vorwissen an den Ort des Geschehens zu reisen. Und dann kommt man, wie in meinem Fall, in Sumatra an und ist trotzdem vollkommen überwältigt.

Ich habe schon große Plantagen in verschiedenen afrikanischen Ländern gesehen. Orangen-, Zuckerrohr- und Sojafelder in Brasilien, aber das Ausmaß der indonesischen Palmölplantagen übersteigt jegliche Vorstellungskraft. Soweit man schaut nur Palmen.

Stundenlang fährt man auf der Insel Sumatra nur an Ölpalmen vorbei. Auf der Straße begegnen einem hin und wieder Mopeds – ansonsten nur LKW, die bis oben hin voll beladen sind mit Palmfrüchten – und das Tag und Nacht.